Zitroversum
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Sudachi-Sōmen

Kalte Nudeln unter einem Kranz hauchdünner Sudachi-Scheiben — optisch spektakulär, technisch trivial.

Art:
Sudachi (Citrus sudachi)
Herkunft:
Präfektur Tokushima, Japan
Saison:
September–Oktober
Beschaffung:
Substitut nötig

Sudachi ist herber und harziger als Yuzu, mit einer deutlichen Grünnote. In Tokushima schindelt man hauchdünne Scheiben über die gesamte Nudeloberfläche — ein Bild, das den Aufwand von fünf Minuten weit übersteigt. Geschmacklich am interessantesten ist die Kombination Sudachi und Pilz; deshalb gehört die Frucht in Japan traditionell zu Matsutake.

Sudachi-Früchte, grün und rundlich
Sudachi wird grün geerntet — herber und harziger als Yuzu.

Foto: Ocdp · CC0 · Quelle

Zutaten

Für 2 Personen:

  • 200 g Sōmen (dünne Weizennudeln)
  • 6–8 Sudachi
  • 200 ml Dashi
  • 40 ml Sojasauce
  • 30 ml Mirin
  • etwas frisch geriebener Ingwer

Zubereitung

  1. Dashi, Sojasauce und Mirin aufkochen, abkühlen lassen und kalt stellen — das ergibt die Tsuyu.
  2. Sōmen 2 Minuten kochen, eiskalt abschrecken und gut abtropfen lassen.
  3. Nudeln in flache Schalen legen, mit der kalten Tsuyu angießen.
  4. Sudachi mit dem Hobel in 1 mm dünne Scheiben schneiden und dachziegelartig auflegen.
  5. Kalt essen. Die Scheiben werden mitgegessen oder am Tisch ausgedrückt.

Tipp

Die Scheiben müssen wirklich dünn sein — bei 2 mm dominiert die Bitterkeit des Albedos, bei 1 mm überwiegt das Schalenaroma. Ein Gemüsehobel liefert das zuverlässiger als jedes Messer.

Beschaffung in Deutschland

Sudachi ist als Frischware kaum zu bekommen; die Saison ist kurz (September bis Oktober) und der Import selten. Nächster Verwandter im Profil ist Kabosu (Citrus × sphaerocarpa). Als Notlösung sehr junge, dünnschalige Limetten — damit verliert das Gericht allerdings genau die Harznote, die es ausmacht.