Zitroversum

Vermehrung

Vom Kern oder vom Edelreis — wie neue Zitruspflanzen entstehen.

Wer eine Zitrusfrucht isst, hält oft das Potential einer neuen Pflanze in der Hand. Doch der Weg vom Kern zur Ernte ist lang — und je nach Methode völlig unterschiedlich.

Generativ oder vegetativ?

Der grundlegende Unterschied bei der Zitrusvermehrung liegt zwischen zwei Wegen:

Generative Vermehrung bedeutet Aussaat aus dem Kern. Wer hofft, mit einem Kern aus einer gekauften Blutorange verlässlich dieselbe Sorte zu erhalten, wird meist enttäuscht. Zitrus hat hier allerdings eine Besonderheit: Dank Polyembryonie liefern viele Arten aus einem einzigen Kern mehrere Sämlinge, von denen die meisten echte Klone der Mutterpflanze sind — welcher davon aus der Kreuzung stammt, sieht man ihnen aber nicht an. Dazu kommt die Jugendphase: Aus dem Kern gezogene Zitruspflanzen brauchen typischerweise 7–15 Jahre, bis sie zum ersten Mal Früchte tragen — auch die klonalen.

Vegetative Vermehrung — durch Pfropfen, Okulation oder Triebe — erzeugt klonale, sortentreue Pflanzen. Die neue Pflanze trägt die genetische Identität der Mutterpflanze vollständig fort und fruchtet deutlich früher, weil sie keine Jugendphase durchläuft. Deshalb ist das Pfropfen auf geeignete Unterlagen der Standard im Erwerbsanbau und bei erfahrenen Hobbygärtnern.

Was die Wahl beeinflusst

Für Geduldige mit Interesse an Neuzüchtungen kann die Aussaat reizvoll sein. Wer dagegen eine bestimmte Sorte aus den Sortenporträts kultivieren möchte, kommt um vegetative Techniken kaum herum — sie sind der einzig sichere Weg zur echten Sorte.

Wichtig: Nicht alle Sorten dürfen vegetativ vermehrt werden. Viele kommerzielle Zitrussorten sind durch Sortenschutz oder Pflanzenbaurecht geschützt — eine eigenmächtige Vermehrung ist dann rechtlich unzulässig. Die genauen Regeln und Ausnahmen sind auf einer eigenen Seite ausführlich erklärt.

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