
Foto: Sailko · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Florentina
Citrus limonimedica 'Florentina'
Synonyme: Cedrato di Firenze, Florentiner Zitronatzitrone
- Fruchtgruppe
- Zitronen & Zitronatzitronen
- Hybridformel
- Zitrone × Zitronatzitrone (Citrus × limon × Citrus medica)
- Winterhärte (USDA-Zone)
- 9b–11Richtwert für etablierte Pflanzen bei kurzem Frost — was die Zone aussagt
- Eignung
- Kübelpflanze, Indoor / Zimmerkultur
- Wuchsgröße
- Mittelstark (2–4 m)
- Kernlos
- Nein (kernhaltig)
- Erntezeit
- Nov, Dez, Jan, Feb
- Fruchtfleisch
- Gelb
Herkunft
Die Florentina (Citrus limonimedica 'Florentina') steht genau zwischen zwei Welten: Sie ist ein Hybrid aus Zitrone und Zitronatzitrone und vereint deren Eigenschaften auf halbem Weg. Entstanden ist sie in den Gärten der italienischen Renaissance; ihr italienischer Name Cedrato di Firenze — Zitronatzitrone von Florenz — nennt die Herkunft direkt.
Die Bezeichnung limonimedica ist dabei kein botanischer Zufall, sondern Programm: limon für die Zitrone, medica für die Zitronatzitrone. Der Name beschreibt die Kreuzung, aus der sie hervorging.
Kulturgeschichte
Am Hof der Medici hatte die Florentina einen Rang, den man einer Frucht heute kaum noch zutraut: Sie war diplomatisches Geschenk. Gesandtschaften brachten sie an fremde Höfe mit, und im Vatikan galt sie als begehrte Frucht des Weihnachtsmahls.
Das erklärt sich aus der Rolle der Zitruspflanzen in der Renaissance überhaupt: In den Gärten der Medici waren Zitrusbäume Statussymbol und botanische Sammlung zugleich, gepflegt in eigens gebauten Limonaien. Eine Sorte, die den Namen der Stadt trug, war entsprechend repräsentativ — sie ist auch in der Sammlung der Uffizien bildlich dokumentiert.
Fruchtbeschreibung
Charakteristisch ist die langgezogene, zugespitzte Form: Die Frucht läuft in einen Fortsatz aus, der von Frucht zu Frucht unterschiedlich ausfällt — mal gerade, mal gebogen. Auch die Schale variiert: glatt, gefurcht oder deutlich gerippt. Ein einheitliches Erscheinungsbild wie bei einer Handelssorte gibt es hier nicht.
Das Verhältnis von Schalendicke zu Fruchtfleisch liegt in der Mitte zwischen den Elternarten: dicker als bei einer Zitrone, aber nicht so extrem wie bei einer reinen Zitronatzitrone, bei der die Frucht fast nur aus Albedo besteht.
Der Wuchs ist auffallend locker bis sparrig. Fruchttragende Zweige sollten bei jungen Pflanzen gestützt werden, sonst hängen sie unter dem Gewicht durch.
Geschmacksprofil
Sauer und aromatisch, mit deutlich zitronigem Charakter — die Zitronen-Elternschaft dominiert im Saft. Der Duft ist ausgeprägt, bleibt aber hinter dem der Etrog-Zitronatzitrone zurück, die als aromatische Referenz dieser Gruppe gilt.
Kulinarik & Verwendung
Ihre Stärke ist die Doppelnutzung: Anders als bei einer reinen Zitronatzitrone lohnt sich hier auch der Saft, und anders als bei einer Zitrone lässt sich die dicke weiße Albedo zu Zitronat kandieren. Die Schale liefert aromatische Zesten für Gebäck und Liköre.
Anbau & Pflege
Frostempfindlich wie die Zitronatzitronen, aus denen sie hervorgegangen ist: etwa −3 °C. Kultur entsprechend: vollsonnig, durchlässiges Substrat, gleichmäßige Wasserversorgung, helle und frostfreie Überwinterung bei etwa 5–10 °C. Zitronatzitronen und ihre Hybriden gelten als etwas kälteempfindlicher als Zitronen — mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt sollte man hier nicht experimentieren.
Der sparrige Wuchs braucht Aufmerksamkeit: Ein früher Erziehungsschnitt und gegebenenfalls Stützen verhindern, dass die Pflanze auseinanderfällt, sobald die ersten schweren Früchte hängen.
Besonderheiten
Die Florentina ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Grenze zwischen Zitrone und Zitronatzitrone fließend ist. Beide gehören zum selben Formenkreis, und Kreuzungen zwischen ihnen haben über Jahrhunderte eine ganze Reihe von Zwischenformen hervorgebracht — die Florentina ist die bekannteste davon.
Für eine Sammlung ist sie deshalb interessanter als eine weitere Zitrone: Sie zeigt eine Übergangsform, und ihre unregelmäßig geformten Früchte machen jede einzelne zum Unikat.