
Foto: Ivar Leidus · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Honey Pomelo
Citrus maxima 'Honey'
Synonyme: Süße Pampelmuse
- Fruchtgruppe
- Pampelmusen (Pomelos)
- Hybridformel
- Pampelmuse (Citrus maxima), südostasiatische Süßsorte
- Winterhärte (USDA-Zone)
- 9b–11Richtwert für etablierte Pflanzen bei kurzem Frost — was die Zone aussagt
- Eignung
- Kübelpflanze, Indoor / Zimmerkultur
- Wuchsgröße
- Groß (4 m+)
- Kernlos
- Nein (kernhaltig)
- Erntezeit
- Nov, Dez, Jan, Feb
- Fruchtfleisch
- Gelb
Herkunft
Die Honey Pomelo (Citrus maxima 'Honey') ist eine in China selektierte und in Südostasien breit verbreitete Kultursorte der Pampelmuse — der ältesten und größten Zitrusfrucht der Welt, die botanisch als direkte Wildart und nicht als Hybride klassifiziert wird. China ist das Ursprungszentrum der Pampelmusenkultur; dort werden Früchte dieser Art seit mindestens 2000 Jahren in Gärten und auf Feldern gezogen. Die Honey Pomelo ist eine Selektion auf besondere Süße und zarten Biss, die aus dem südchinesischen Raum stammt und von dort nach Taiwan, Vietnam und in weitere Teile Südostasiens verbreitet wurde.
Kulturgeschichte
In China und Vietnam ist die Honey Pomelo eine der wichtigsten Festfrüchte rund um das Neujahrsfest (chinesisch: Chūnjié; vietnamesisch: Tết): Die runden, großen, goldgelben Früchte gelten als Symbol für Wohlstand und Vollkommenheit und werden als Opfergaben auf Hausaltären platziert, als Geschenke überreicht und in großen Pyramiden auf Märkten aufgestapelt. In der Symbolik der chinesischen Festkultur steht die Pampelmuse neben Mandarine und Kumquat als unverzichtbares Element der Glücksfrüchte. Auf internationalen Märkten ist die Honey Pomelo seit den 1990er-Jahren zunehmend präsent und hat sich in Asien-Supermärkten und Feinkostläden als Premiumfrucht etabliert.
Fruchtbeschreibung
Sehr große, runde bis leicht birnförmige Frucht mit 15–25 cm Durchmesser und 0,5–2 kg Gewicht — eine der schwersten Einzelfrüchte im Zitrussegment. Die Schale ist hellgelb bis gelbgrün, sehr dick (oft 2–4 cm Albedo-Dicke), mit einer leicht ruppigen, unebenen Oberfläche. Das Fruchtfleisch ist hellgelb bis goldgelb, in große, klar abgrenzbare Segmente unterteilt; die Trennhäutchen zwischen den Segmenten sind fest und werden traditionell nicht mitgegessen. Die Textur ist ungewöhnlich: nicht saftig im Sinne von fließendem Saft, sondern fest und fast knackig — die Vesikeln sind deutlich spürbar und geben beim Kauen nach.
Geschmacksprofil
Süßer und milder als jede Grapefruit: Das Naringin, das Bitterflavonoid der Grapefruitsorten, ist in der Honey Pomelo in sehr geringer Konzentration vorhanden — die Bitterkeit ist kaum wahrnehmbar. Das Profil ist frisch-fruchtig mit Blütenhonigaromen, einer angenehmen, stabilen Süße und nur wenig Säure, was die Frucht zugänglich und angenehm unaufgeregt macht. Im Direktvergleich mit anderen Pomelo-Typen (wie dem Siamese Pomelo mit pinkem Fleisch oder dem Red Shaddock) ist die Honey Pomelo die süßeste und mildeste Ausprägung.
Kulinarik & Verwendung
Der Frischverzehr ist die primäre Bestimmung der Honey Pomelo: Die Frucht wird aufgeschnitten, die dicke Schale entfernt, die Segmenthäutchen abgezogen und das Fruchtfleisch stückchenweise gegessen. In der südostasiatischen Küche ist Pomelo-Fruchtfleisch eine wichtige Zutat in Salaten wie dem thailändischen Yam Som Oh: Pomelo-Stücke mit Kokosflocken, gerösteten Erdnüssen, Garnelen, Fischsauce und Limette — ein Zusammenspiel von süß, salzig, sauer und scharf. Die dicke Schale ist kandiert eine delicate Süßigkeit, die in chinesischen Apotheken und Delikatessenläden als Energiebooster und Geschmackserinnerung verkauft wird. Pampelmusenschale-Tee (von der getrockneten Schale) hat in der traditionellen chinesischen Medizin eine lange Geschichte als verdauungsförderndes Mittel.
Anbau & Pflege
Die Honey Pomelo ist tropischen Ursprungs und entsprechend anspruchsvoll — Frost verträgt sie praktisch nicht, schon etwa −2 °C schädigen sie: Sie braucht viel Wärme, ausreichend Feuchtigkeit und verträgt keine Fröste — bereits Temperaturen unter null schädigen das Blatt, tiefere Temperaturen killen die Pflanze. Als Kübelpflanze in sehr großen Gefäßen (60–100 Liter) ist sie in Deutschland möglich, aber aufwändig: Der Wuchs ist kräftig bis sehr kräftig, die Früchte benötigen sehr viel Wärme für volle Süßeentwicklung, und die Überwinterung muss in einem hellen, deutlich temperierten Raum (mindestens 12–15 °C) stattfinden — kühler als andere Zitruspflanzen verträgt die Pampelmuse nicht. Für Hausgärtner ist die Honey Pomelo eher eine Zierpflanze für Atrien oder Wintergärten als eine produktive Küchenpflanze.
Besonderheiten
Pampelmusen (Citrus maxima) sind botanisch wichtig, weil sie — zusammen mit der Mandarine — die Elternteile der Grapefruit sind: Die Grapefruit entstand auf Barbados im 18. Jahrhundert durch natürliche Kreuzung einer Pampelmuse mit einer Süßorange, ohne menschliches Zutun. Die Honey Pomelo ist damit eine direkte Verwandte des Ursprungs aller kommerziell bedeutsamen Grapefruitsorten. Die bemerkenswerte Dicke der Pampelmusenschale ist evolutionär erklärt: Sie schützt die Frucht vor dem Aufprall beim Fall von großen, hochgewachsenen Bäumen in tropischen Regenwäldern.