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Ponderosa-Zitrone
Citrus × limon 'Ponderosa'
Synonyme: Amerikanische Riesenzitrone, Cytryna skierniewicka
- Fruchtgruppe
- Zitronen & Zitronatzitronen
- Hybridformel
- Zitronatzitrone × Zitrone (Citrus medica × Citrus × limon), Zufallssämling von 1887
- Winterhärte (USDA-Zone)
- 9–11Richtwert für etablierte Pflanzen bei kurzem Frost — was die Zone aussagt
- Eignung
- Kübelpflanze, Indoor / Zimmerkultur
- Wuchsgröße
- Kompakt (1–2 m)
- Kernlos
- Nein (kernhaltig)
- Erntezeit
- Nov, Dez, Jan, Feb, Mär
- Fruchtfleisch
- Gelb

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Herkunft
Die Ponderosa-Zitrone (Citrus × limon 'Ponderosa') geht auf einen Zufallssämling zurück, den George Bowman um 1887 in Hagerstown, Maryland, zog; benannt und in den Baumschulhandel gebracht wurde sie 1900. Die Elternschaft ist nie durch eine dokumentierte Kreuzung belegt, gilt aber als geklärt: Blatt, Wuchs und Frucht sind durchgehend zitronatzitronenartig, weshalb die Sammlung in Riverside sie ohne Vorbehalt als Hybride aus Zitronatzitrone und Zitrone führt. Ein Wildvorkommen gibt es nicht, die Sorte existiert ausschließlich in Kultur.
Kulturgeschichte
Ponderosa wurde nie eine Erwerbssorte. Ihre Karriere verlief von Anfang an über den Zierpflanzenhandel: Sie kam als Kuriosität in die Gewächshäuser und Wintergärten der Jahrhundertwende, weil eine einzelne Frucht das Gewicht eines halben Kilos erreichen kann und der Baum schon in kleinen Gefäßen trägt. In Polen läuft sie als Cytryna skierniewicka, im englischen Sprachraum lange als American Wonder lemon. Im deutschsprachigen Raum ist sie bis heute eine der am häufigsten angebotenen Kübelzitronen.
Fruchtbeschreibung
Die Frucht ist der eigentliche Grund für den Namen: verkehrt-eiförmig mit geripptem Kragen am Stielende und flacher, breiter Warze am Blütenende, meist 400 bis 900 g schwer. Die Schale ist zitronengelb, mitteldick und fleischig, die Oberfläche glatt mit leichten Beulen und undeutlichen Rippen. Das weiße Albedo nimmt im Querschnitt einen großen Teil der Frucht ein, der Saftraum fällt entsprechend klein aus und enthält zahlreiche große Kerne. Das Fruchtfleisch ist blassgrün bis grünlichgelb und trotz des geringen Volumens saftig. Der Baum bleibt klein und rundkronig, ist kräftig bedornt, blüht das ganze Jahr über und färbt Blüten wie Neutrieb purpurn an.
Geschmacksprofil
Der Saft ist sauer und klar zitronig, allerdings mild und wenig komplex, ihm fehlt die aromatische Tiefe einer Femminello oder Sfusato. Das Schalenöl ist dagegen kräftig und trägt eine harzig-blumige Note, die an die Zitronatzitrone erinnert. Das Albedo schmeckt neutral bis leicht süßlich und ist nicht bitter, was es von der Grapefruitschale unterscheidet.
Kulinarik & Verwendung
Verwendet wird vor allem die Schale. Das dicke Albedo lässt sich wie bei der Zitronatzitrone kandieren oder zu Marmelade verkochen und liefert dabei aus einer einzigen Frucht die Ausbeute mehrerer gewöhnlicher Zitronen. Der Saft ist als Säuerungsmittel brauchbar, aber gemessen an der Fruchtmasse ausgesprochen sparsam, weshalb Ponderosa als Saftzitrone eine Enttäuschung ist. Für Zesten und Aromatisierung eignet sich die Schale gut, für Limoncello ist sie wegen des dominanten harzigen Anteils Geschmackssache.
Anbau & Pflege
Eine der genügsamsten Kübelzitronen und deshalb für Einsteiger geeignet. Sie blüht und fruchtet auch bei mäßigem Licht zuverlässig, bleibt mit 1 bis 2 m kompakt und verträgt die trockene Luft eines Wohnraums besser als die meisten Zitronen. Frosthärte hat sie kaum, unter etwa −2 °C wird es kritisch, überwintert wird hell bei 5 bis 12 °C. Wichtig ist ein ausreichend großes Gefäß und gleichmäßige Düngung: Der Fruchtansatz zehrt stark, und ein Baum, der drei oder vier Früchte gleichzeitig ausreifen soll, wirft bei Nährstoffmangel zuerst die Blüten und dann die jungen Früchte ab. In der Regel begrenzt man den Behang bewusst auf wenige Früchte je Pflanze.
Besonderheiten
Ponderosa ist der Standardfall für die Frage, ob Fruchtgröße etwas über Fruchtqualität aussagt. Die Sorte gewinnt jeden Vergleich der Masse und verliert jeden Vergleich des Ertrags an Saft. Für die Kübelkultur ist sie trotzdem interessant, weil sie zwei Dinge verbindet, die selten zusammenfallen: geringe Ansprüche an Licht und Luftfeuchte einerseits, große und dekorative Früchte andererseits.