Römische Limette
Citrus limetta 'Pursha'
Synonyme: Pursha-Limette, Limetta Dolce Romana, Römische Süßlimette
- Fruchtgruppe
- Zitronen & Zitronatzitronen
- Hybridformel
- Süße Zitrone (Citrus limetta), alte europäische Kultursorte — keine echte Limette
- Winterhärte (USDA-Zone)
- 9–11Richtwert für etablierte Pflanzen bei kurzem Frost — was die Zone aussagt
- Eignung
- Kübelpflanze, Indoor / Zimmerkultur
- Wuchsgröße
- Kompakt (1–2 m)
- Kernlos
- Nein (kernhaltig)
- Erntezeit
- Nov, Dez, Jan, Feb
- Fruchtfleisch
- Gelb
Herkunft
Die Römische Limette (Citrus limetta 'Pursha') ist trotz ihres Namens keine echte Limette. Echte Limetten gehören zu Citrus × aurantiifolia (Mexikanische Limette) beziehungsweise Citrus × latifolia (Tahiti-Limette) — die Römische Limette dagegen ist eine Süßlimette aus dem Formenkreis der Limetta, der genetisch weit näher bei Zitrone und Süßer Zitrone steht als bei den sauren Limetten. Geführt wird sie als Sorte innerhalb von Citrus limetta — derselben Art wie die Süße Zitrone, die auf dieser Seite ein eigenes Profil hat. Ob ‚Pursha‘ tatsächlich nur eine Auslese dieser Art ist oder auf eine eigene Kreuzung zurückgeht, ist nicht abschließend geklärt; die Angaben in der Literatur gehen auseinander. Der Ursprung des Formenkreises liegt im tropischen Asien.
Kulturgeschichte
In Europa ist die Sorte seit dem 17. Jahrhundert unter dem Namen „Limetta Dolce Romana" — süße römische Limette — dokumentiert und gehörte damit zum Sortenbestand der barocken Orangerien, in denen Zitruspflanzen weniger als Obst denn als Statussymbol und botanische Kuriosität gehalten wurden. Der Zusatz „römisch" verweist auf die italienische Kultivierungstradition, nicht auf einen belegten Ursprung in Rom. Im deutschsprachigen Handel wird sie heute meist als „Römische Limette", „Pursha-Limette" oder schlicht „Süße Limette" angeboten — drei Namen für dieselbe Pflanze, was die Zuordnung für Einsteiger unnötig erschwert.
Fruchtbeschreibung
Die Früchte sind klein bis mittelgroß und flach-rund. Charakteristisch ist eine ringförmige Einschnürung am Fruchtscheitel — ein verlässliches Erkennungsmerkmal, das die Römische Limette von rundlichen Zitronen und von echten Limetten unterscheidet. Die Schale färbt sich je nach Erntezeitpunkt von hellem bis zu kräftigem Gelb, nicht grün; wer eine grüne Frucht erwartet, wird enttäuscht. Das Fruchtfleisch ist hellgelb, saftig und enthält nur wenige Kerne. Die Blätter sind breit-oval und mit 8–10 cm deutlich größer als die der sauren Limetten; die Pflanze wächst kompakt-kugelig, gut verzweigt und trägt gelegentlich Dornen.
Geschmacksprofil
Der entscheidende Unterschied zu allem, was der Name verspricht: Die Römische Limette ist säurearm bis praktisch säurefrei. Der Saft schmeckt mild-süß mit einem kaum wahrnehmbaren, leicht bitterlichen Nachklang und lässt sich wie Orangensaft trinken. Die für Limetten typische scharfe Säure fehlt vollständig. Handelsbeschreibungen schwanken zwischen „süß-säuerlich" und „säurefrei", was an Standort, Reifegrad und Erntezeitpunkt liegt — säurearm ist sie in jedem Fall.
Kulinarik & Verwendung
Als Saftfrucht ist sie eine milde Alternative für alle, denen Zitrone und Limette zu scharf sind; frisch gepresst braucht sie keinen Zucker. Die aromatische Schale wird gerieben verwendet und ist in italienischen Hausrezepten die Grundlage für Limoncello.
Wichtige Einschränkung: Als Ersatz für eine echte Limette in Cocktails taugt sie nicht. Ein Mojito, eine Margarita oder ein Gin Tonic leben von der Säure — die fehlt hier. Wer die Pflanze für die Bar kauft, kauft die falsche Sorte; dafür braucht es Tahiti- oder Mexikanische Limette.
Anbau & Pflege
Die Kultur entspricht der einer Zitrone: vollsonnig im Sommer, durchlässiges Substrat, regelmäßige Düngung in der Wachstumsphase. Die Frosthärte ist begrenzt — unter Schutz werden kurzzeitig etwa −5 °C toleriert, im Freiland ist sie in Mitteleuropa nicht kultivierbar. Überwinterung hell bei etwa 5–10 °C. Als kompakte Pflanze eignet sie sich gut für Kübelkultur auf Terrasse und Balkon.
Besonderheiten
Die Römische Limette blüht und fruchtet nahezu ganzjährig — sie ist damit eine der „Vier-Jahreszeiten-Sorten" wie die Lunario-Zitrone. Der Hauptflor liegt im Frühjahr und duftet intensiv; die Blüten sind so groß wie Zitronenblüten. Weil gleichzeitig Blüten, unreife und reife Früchte an der Pflanze hängen, ist sie auch als reine Zierpflanze attraktiv.
