Zitroversum
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Häufige Schädlinge

Schildläuse, Spinnmilben und Blattläuse — erkennen und gezielt bekämpfen.

Drei Schädlinge verursachen den Großteil der Probleme an europäischen Kübel-Zitruspflanzen: Schildläuse, Spinnmilben und Blattläuse. Alle drei saugen Pflanzensaft — und alle drei hinterlassen unverwechselbare Spuren, wenn man weiß, wonach man sucht.

Wichtig: Klebrigkeit auf Blättern oder Zweigen ist fast immer ein Zeichen für Saugschädlinge. Der klebrige Honigtau, den diese Tiere ausscheiden, bildet den idealen Nährboden für Rußtau — einen schwarzen Pilzbelag, der die Photosynthese hemmt.

Schildläuse

Schildläuse sind die heimlichsten der drei Schädlinge. Die häufigste Art an Zitruspflanzen ist die Braune Weichschildlaus (Coccus hesperidum): Jungtiere sind gelblich-grün und kaum zu sehen, erwachsene Tiere braun bis schwarz und flach. Sie sitzen bevorzugt an Blattstielen, in Blattachseln, entlang der Sprossachse und auf der Blattunterseite — dicht ans Gewebe gepresst. Ihr gewölbter, verhärteter Rücken schützt sie gut vor Sprühmitteln.

Das Schadbild zeigt sich als hellverfärbte oder gelbliche Blätter, als klebriger Belag auf Blättern und Zweigen und — bei stärkerem Befall — als schwarzer Rußtaubelag auf dem Honigtau. Manchmal fallen die Tiere erst durch Honigtauspritzer auf.

Kleinen Befall bekämpft man am besten mechanisch: Tiere mit einem Wattebausch oder einer weichen Bürste abkratzen, danach mit Rapsöl- oder Paraffinöl-Spray behandeln (das Öl verstopft die Atemöffnungen). Auch Kaliseife (Schmierseife, verdünnt in Wasser) wirkt bewährt. Biologisch lassen sich Schlupfwespen und bestimmte Marienkäferarten einsetzen. Mehr zu Mitteln und Einsatz → Integrierter Pflanzenschutz.

Mehrere braune Napfschildläuse entlang der Mittelrippe einer Blattunterseite, mit glänzendem Honigtau
Napfschildläuse (*Coccus hesperidum*) reihen sich entlang der Blattader — der glänzende Belag ist Honigtau.

Foto: Whitney Cranshaw, Colorado State University, Bugwood.org · CC BY 3.0 US · Quelle

Weich- oder Deckelschildlaus? Der Unterschied entscheidet über die Behandlung

„Schildlaus" fasst zwei Familien zusammen, die sich sehr verschieden verhalten — und das ist keine Haarspalterei, sondern der Grund, warum manche Behandlung wirkt und manche nicht.

Weichschildläuse (Coccidae, oben beschrieben) haben gar keinen abnehmbaren Schild. Was man sieht, ist das Tier selbst mit verhärtetem, gewölbtem Rücken. Sie scheiden Honigtau aus, sind also klebrig, und die Jungtiere („crawler") wandern über längere Zeit umher.

Deckelschildläuse (Diaspididae) sitzen unter einem echten, abhebbaren Wachsschild, den sie selbst gebaut haben. Hebt man ihn mit dem Fingernagel ab, bleibt das winzige Tier separat darunter zurück. Sie scheiden keinen Honigtau aus — es klebt also nichts, und Rußtau bleibt aus. An Zitrus sind vor allem zwei Arten relevant:

  • Kommaschildlaus (Lepidosaphes beckii): 2–3 mm, länglich und leicht gebogen wie ein Komma oder eine Miesmuschel, braun. Sitzt auf Blättern, Zweigen und Früchten.
  • Rote Kalifornische Schildlaus (Aonidiella aurantii): rund, flach, rötlich-braun, etwa 2 mm. In Europa vor allem an Importpflanzen und -früchten.
MerkmalWeichschildlausDeckelschildlaus
Schildmit dem Tier verwachsenseparat abhebbar
Honigtau / Klebrigkeitjanein
Rußtau als Folgehäufignein
Formoval, gewölbt, braunKomma-, muschel- oder kreisförmig
Öl- und Seifenspritzungwirkt gutwirkt schlechter — Schild schirmt ab

Wichtig: Fehlt die Klebrigkeit, heißt das nicht, dass keine Schildläuse da sind. Deckelschildläuse werden genau deshalb oft für Rindenschorf oder Schmutz gehalten und jahrelang übersehen. Der Test: mit dem Fingernagel über einen der „Höcker" streifen — löst sich ein Schildchen ab und bleibt darunter ein weiches Tier zurück, ist es eine Deckelschildlaus.

Behandlung: Öle und Kaliseife erreichen unter dem Schild kaum etwas. Wirksam sind deshalb nur zwei Wege — mechanisch abbürsten (weiche Zahnbürste, danach abduschen) und die Behandlung im Crawler-Stadium, wenn die frisch geschlüpften Jungtiere noch ungeschützt umherlaufen. Die Crawler erwischt man, indem man ein Stück doppelseitiges Klebeband um einen befallenen Zweig legt und wöchentlich kontrolliert: Sobald dort winzige gelbliche Punkte kleben, ist der richtige Zeitpunkt für eine Öl- oder Seifenanwendung. Stark befallene Triebe schneidet man besser ganz heraus.

Dicht gedrängte, braune, kommaförmige Schildchen der Kommaschildlaus entlang der Mittelrippe eines Zitrusblattes
Kommaschildläuse (*Lepidosaphes beckii*) an der Blattmittelrippe — die länglich gebogenen Schildchen sehen aus wie winzige Miesmuscheln. Anders als bei Weichschildläusen klebt hier nichts.

Foto: Katja Schulz · CC BY 2.0 · Quelle

Spinnmilben

Spinnmilben lieben warm-trockene Bedingungen — ihr Hauptauftreten liegt daher im Winterquartier (geheizte Räume, niedrige Luftfeuchte) und an heißen Sommertagen. Als Spinnentiere sprechen sie nicht auf klassische Insektizide an; sie brauchen spezielle Akarizide oder biologische Gegner.

Das Schadbild: Die Blätter zeigen zunächst eine feine, silbrige oder gelblich-bronzefarbene Sprenkelung — ausgesaugte Zellen wirken durchscheinend. Bei stärkerem Befall überziehen enge, silberweiße Gespinste Blattachseln, Triebspitzen und Blattunterseiten. Die winzigen, roten bis braunen Milben selbst sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen; mit einer Lupe sieht man sie deutlich. Die Gespinste werden oft erst beim Einnebeln mit Wasser sichtbar.

Vorbeugend wirkt eine höhere Luftfeuchte: regelmäßiges Einnebeln und eine feuchte Unterlage unter dem Topf helfen. Bei Befall zunächst die Pflanze kräftig abduschen (besonders Blattunterseiten). Biologisch helfen Raubmilben aus dem Fachhandel — schnell einsetzen, da Spinnmilben sich rasant vermehren. Dabei die richtige Art wählen: Phytoseiulus persimilis ist der stärkste Räuber, braucht aber über 20 °C und über 60 % Luftfeuchte und taugt deshalb vor allem für den Sommer draußen. Im trockenen, kühlen Winterquartier ist Amblyseius californicus die bessere Wahl — oder gleich ein Ölpräparat. Jede Behandlung muss nach ca. 7–10 Tagen wiederholt werden, weil Eier von Kontaktmitteln nicht erreicht werden. Details → Integrierter Pflanzenschutz.

Makroaufnahme einer roten Spinnmilbe auf einem Blatt, umgeben von feinen silbrigen Webfäden
Eine Spinnmilbe (*Tetranychus urticae*) mit ihren feinen Webfäden — mit bloßem Auge kaum als Pünktchen zu erkennen.

Foto: Gilles San Martin · CC BY-SA 2.0 · Quelle

Gegen das Licht gehaltenes Zitrusblatt mit dichten gelblichen Sprenkelfeldern zwischen den Blattadern
Das Schadbild am ganzen Blatt: gelbliche Sprenkelfelder aus ausgesaugten Zellen. Gegen das Licht gehalten sind sie am deutlichsten zu sehen.

Foto: eigenes Bild

Zitrusblatt mit dichter heller Sprenkelung, an der Blattachsel spannen sich feine silbrige Gespinstfäden
Feine Gespinstfäden in der Blattachsel — zusammen mit der hellen Sprenkelung der sichere Hinweis auf Spinnmilben. Ein Blattlaus- oder Schildlausbefall webt nicht.

Foto: eigenes Bild

Triebstück einer Zitruspflanze in einer Handfläche, mehrere Blätter fein gesprenkelt, am Trieb einzelne Gespinstfäden
Befall am ganzen Trieb: Die Sprenkelung zieht sich über mehrere Blätter, am Trieb hängen einzelne Fäden. So sieht der Befall aus, bevor er auffällt.

Foto: eigenes Bild

Blattläuse

Blattläuse sind der am leichtesten erkennbare Schädling: Die meist schwarz, grün oder gelblich-grünen, weichen Insekten sitzen dicht gedrängt an jungen Triebspitzen und rund um Knospen — auf einen Blick zu sehen. Ameisen auf der Pflanze sind oft ein erster Hinweis, denn Ameisen „melken" den Honigtau der Blattläuse.

Das Schadbild zeigt verkrümmte, nach unten eingerollte Triebspitzen: Blattläuse saugen noch während der Blattentwicklung, was zu bleibenden Verformungen führt. Bei starkem Befall sterben junge Triebe vorzeitig ab. Der klebrige Honigtau begünstigt wie bei den Schildläusen Rußtau.

Gegen geringen Befall reicht es, befallene Triebspitzen mit einem starken Wasserstrahl abzuspülen. Kaliseife (Schmierseife verdünnt, fertige Seifensprays) wirkt bewährt und schonend. Als natürliche Gegenspieler fressen Marienkäfer (Erwachsene und Larven) und Florfliegenlarven Blattläuse in großer Zahl; im Freiland regeln sie den Befall oft von selbst. Weitere Maßnahmen → Integrierter Pflanzenschutz.

Nahaufnahme einer einzelnen dunklen Blattlaus auf einem Blatt, mit 1-Millimeter-Maßstab
Eine Blattlaus im Detail (hier die dunkle Schwarze Zitrus-Blattlaus, *Toxoptera aurantii*) — an der Zitrone sitzen sie meist dicht gedrängt an weichen Triebspitzen und Knospen.

Foto: Jesse Rorabaugh · CC0 · Quelle