Zitroversum
Lumia 'Pomum Adami'
Kolorierte Kupfertafel von P. Bessa (frühes 19. Jahrhundert): ganze Frucht und Querschnitt mit der dicken weißen Albedo

Illustration: P. Bessa (gest. Mlle Dufour), Scan der New York Public Library · Public domain · Quelle

Lumia 'Pomum Adami'

Citrus × lumia 'Pomum Adami'

Synonyme: Adamsapfel, Pomo d'Adamo, Pomme d'Adam

Fruchtgruppe
Zitronen & Zitronatzitronen
Hybridformel
Lumia (Citrus × lumia), alte Mittelmeerform
Winterhärte (USDA-Zone)
9b–11Richtwert für etablierte Pflanzen bei kurzem Frost — was die Zone aussagt
Eignung
Kübelpflanze, Indoor / Zimmerkultur
Wuchsgröße
Mittelstark (2–4 m)
Kernlos
Nein (kernhaltig)
Erntezeit
Nov, Dez, Jan, Feb
Fruchtfleisch
Gelb

Herkunft

Die Lumia 'Pomum Adami' (Citrus × lumia) gehört zur Gruppe der Lumien — alten Mittelmeerformen zwischen Zitrone und Zitronatzitrone, deren genaue Abstammung bis heute ungeklärt ist. Innerhalb dieser Gruppe fällt sie durch ihre Form auf: Während die meisten Lumien birnenförmig sind, ist die Pomum Adami rundlich und erinnert an einen Apfel — daher der Name, lateinisch für „Apfel Adams".

Dieser Name ist christlich aufgeladen: Er verbindet die Frucht mit der verbotenen Frucht des Paradieses. In alten Werken taucht sie deshalb auch als „Paradise apple" auf.

Kulturgeschichte

Die Sorte hat eine ungewöhnlich gut dokumentierte Reisegeschichte. Araber brachten sie im 12. Jahrhundert nach Palästina; der französische Chronist Jacques de Vitry erwähnt sie zu Beginn des 13. Jahrhunderts in seiner „Histoire de Jérusalem"; Marco Polo soll sie auf seiner Reise durch Persien gesehen haben. Damit gehört sie zu den frühesten in europäischen Quellen beschriebenen Zitrusformen überhaupt — Jahrhunderte, bevor Orange und Zitrone im nördlichen Europa bekannt wurden.

Ihre Rolle war dabei nie die einer Obstpflanze. Wie die Zitronatzitrone war sie Duftfrucht, Sammlerstück und Symbolträger — eine Pflanze für Klostergärten, Orangerien und botanische Sammlungen.

Fruchtbeschreibung

Große, rundliche bis leicht abgeflachte Frucht mit sehr dicker Schale, in der Größe einer Zitronatzitrone vergleichbar. Kennzeichnend ist die mächtige weiße Albedo unter der Schale, die den Großteil der Frucht ausmacht — das eigentliche Fruchtfleisch ist im Verhältnis klein, eher trocken und von mild-süßlichem Geschmack.

Die historische Tafel oben zeigt beides: die ganze Frucht und den Querschnitt, in dem das Verhältnis von dicker Albedo zu wenig Fruchtfleisch deutlich wird.

Geschmacksprofil

Mild und säurearm, mit süßlichem Einschlag — für eine Frucht dieser Verwandtschaft ungewöhnlich. Als Saftfrucht taugt sie nicht: Dafür ist zu wenig Fruchtfleisch da und dieses zu trocken. Der Wert liegt im Duft der Schale und in der Albedo.

Kulinarik & Verwendung

Wie bei der Zitronatzitrone ist die dicke weiße Albedo das nutzbare Material: Sie lässt sich hervorragend zu Zitronat kandieren. Die aromatische Schale liefert Zesten und Duftöl. Alles andere ist Beiwerk.

Anbau & Pflege

Frostempfindlich wie die Zitronatzitronen: etwa −3 °C. Kultur entsprechend: vollsonnig, durchlässiges und gut drainiertes Substrat, gleichmäßige Wasserversorgung ohne Staunässe, helle und frostfreie Überwinterung bei etwa 5–10 °C. Die Gruppe gilt als kälteempfindlicher als Zitronen; Temperaturen um den Gefrierpunkt sind zu vermeiden.

Die schweren Früchte belasten die Zweige erheblich — bei jungen Pflanzen empfiehlt es sich, den Fruchtbehang zu begrenzen, damit sich die Krone nicht verformt.

Besonderheiten

Die Pomum Adami ist eine Sammlerpflanze, keine Ertragspflanze — und genau darin liegt ihr Reiz. Sie ist eine der wenigen Zitrusformen, deren Weg durch die Jahrhunderte sich anhand von Quellen nachzeichnen lässt, von Persien über Palästina bis in die italienischen Sammlungen.

Ein Hinweis zur Namensverwirrung: Im Handel läuft sie gelegentlich als „Lumia Limette". Mit einer Limette hat sie nichts zu tun — weder botanisch noch geschmacklich. Die Lumien stehen den Zitronen und Zitronatzitronen nahe.

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