Zitroversum
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Sortenspezifische Verwertung

Welche Sorte sich wofür am besten eignet.

Nicht jede Zitrusfrucht taugt für alles — aber jede Sorte hat ihre Stärken. Bitterorangen gelieren zuverlässig zur Marmelade, Yuzu gibt Ponzu-Sauce ihr unverwechselbares Aroma, und Buddhas Hand liefert reines Zestenaroma ohne einen einzigen Tropfen Saft. Die folgende Übersicht zeigt auf einen Blick, welche Sorte sich wofür am besten eignet.

Ausführliche Informationen zu Herkunft, Geschmack und Anbau der einzelnen Sorten stehen in den Sortenporträts. Die Verarbeitungstechniken — Marmelade, Salzzitronen, Limoncello, Kandieren — sind unter Verarbeitung beschrieben, konkrete Zubereitungen findest du in der Rezeptsammlung.

Verwertung nach Sorte

Saftzitrus — der Saft ist die Hauptsache

SorteBeste Verwertung
Süßorange (Valencia, Salustiana)Saft, Sorbet, Filets im Salat
Blutorange (Moro, Tarocco, Sanguinello)Saft, Sorbet, Salat mit Fenchel; die Anthocyane gehen beim Kochen verloren
Mandarine, Clementine, SatsumaFrischverzehr, Saft, Likör (Mandarinetto)
Grapefruit, PomeloFrischverzehr, Salat, Saft; Pomelo-Filets lassen sich gut auslösen
Zitrone (Eureka, Femminello, Lisbon)Saft und Zeste universell, Limoncello, Salzzitronen
Limette (Tahiti, Mexikanische)Cocktails, Ceviche, Guacamole, Currys

Aromazitrus — die Schale zählt

SorteBeste Verwertung
Bitterorange (Sevilla)Marmelade, Orangeat, Likör, Neroli, Bigarade-Sauce
BergamotteEarl-Grey-Aromatisierung, Marmelade, Bergamoncello
Meyer-ZitroneSalzzitronen, Limoncello, Frischverzehr, Backen
YuzuZeste, Ponzu, Yuzu Koshō, Konfitüre, Aromaessig
Sudachi, Kabosugrün geerntet über Fisch, Nudeln und Suppen ausgepresst
Chinottokandiert, Bitterlimonade, Amaro-Aromatisierung
Kumquatfrisch mit Schale, kandiert, in Salaten, Marmelade
CalamondinMarmelade, Chutney, Saft für Cocktails
Buddhas HandZeste (kein Saft!), kandiert, Raumduft, Likör
ZitronatzitroneZitronat, kandierte Schalen
Fingerlimette„Citrus Caviar" frisch auf Sushi und Desserts

Nicht die Frucht: Blätter und Blüten

Bei zwei Zitrusarten ist das eigentliche Küchenprodukt gar nicht die Frucht — ein Punkt, den Sortenlisten regelmäßig übersehen:

  • Makrut-Limette (Citrus hystrix): Die doppelt geflügelten Blätter sind das Gewürz — unverzichtbar in thailändischen Currys, Tom Yum und Rendang. Sie werden mitgekocht und vor dem Servieren entfernt oder hauchfein in Streifen geschnitten. Die Frucht selbst ist saftarm und höckerig; verwendet wird allenfalls ihre Schale. Die Blätter lassen sich einfrieren und verlieren dabei kaum Aroma — praktisch, weil eine Kübelpflanze über das Jahr laufend nachliefert.
  • Bitterorange (Citrus × aurantium): Ihre Blüten liefern Neroli und Orangenblütenwasser, ihre Blätter das Petitgrain-Öl. Für die Küche interessant sind vor allem die getrockneten Blüten als Teezugabe. Details unter Ätherische Öle.

Auch Zitronen- und Orangenblätter lassen sich verwenden: In Süditalien werden sie als Aromaträger unter Fleisch gegart oder zum Einwickeln von Käse genutzt.

Besonderheiten

Buddhas Hand — nur Zeste, kein Saft

Die Buddha-Hand (Citrus medica var. sarcodactylis) besitzt kein Fruchtfleisch und keinen Saft — die fingerartigen Fortsätze bestehen nahezu vollständig aus Flavedo (der aromatischen Außenschale) und Albedo. Wer eine Buddha-Hand kauft oder erntet, kann daraus keinen Saft pressen. Stattdessen liefert die geriebene Schale ein außergewöhnlich reines, intensives Zitronenaroma ohne jede Bitternote. Das Aroma sitzt wie immer im Flavedo — das weiße Albedo der Buddha-Hand ist dabei frei von Bitterstoffen und mild-süßlich. Darum lässt sich hier die ganze Schale verwenden, während man bei den meisten anderen Zitrusfrüchten das bittere Albedo abtrennt. (Eine Ausnahme ist die eng verwandte Zitronatzitrone — auch ihr dickes Albedo ist mild, weshalb sie traditionell zu Zitronat kandiert wird.) Kandierte Buddha-Hand-Segmente sind ein Konfektklassiker vor allem in der chinesischen Küche; als Raumduft-Objekt wurde die Frucht in Japan bereits in der Edo-Periode genutzt.

Fingerlimette — „Citrus Caviar"

Die Fingerlimette (Microcitrus australasica, nach aktueller Systematik Citrus australasicawarum zwei Namen?) aus den Regenwäldern der australischen Ostküste enthält kein zusammenhängendes Fruchtfleisch, sondern Tausende separater Saftperlen (Vesikel), die beim Kauen aufplatzen und Säure und Aroma in kurzen, intensiven Impulsen freisetzen. Dieses Texturerlebnis ist in der Zitruswelt einzigartig und hat der Frucht den Namen „Citrus Caviar" oder „Lime Caviar" eingebracht. In der Spitzengastronomie werden die Perlen auf Sashimi, Austern und Desserts gestreut; ein Erhitzen oder Verarbeiten zu Saft würde genau das zerstören, was die Frucht ausmacht. Die Frischverwendung ist deshalb praktisch die einzige sinnvolle Verwendungsform.